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TV Jahn beteiligt sich in 2011 an den Kosten der alten Turnhalle PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Marco Stein   
Freitag, 07. Januar 2011 um 11:02

Leider ist nun das eingetreten, was wir seit einigen Monaten bereits befürchten: Der Turverein muss sich an den Kosten der alten Turnhalle zusammen mit der SG Neuhäusel und den anderen sporttreibenden Vereinen in der Augst beteiligen. Der Löwenanteil bleibt in unserem Verein und der SG Neuhäusel als Hauptnutzer und wird zwischen 2.000 und 3.000 EUR pro Jahr betragen. Ein Betrag, der nicht ohne Weiteres für einen Sportverein aufzubringen ist.

Die Unterschrift des Jahresvertrages 2011 erfolgte unter Protest, da wir der Meinung sind, dass diese Regelung gegen das Sportförderungsgesetz in Rheinland-Pfalz verstößt, nach dem die Sportanlagen den Vereinen kostenlos überlassen werden müssen. Die gleiche Auffassung teilen auch die anderen Sportvereine, insbesondere der Vorsitzende Michael Carl von der SG Neuhäusel, mit der wir hier eng und vertrauensvoll zusammen arbeiten.

 

Aber leider haben wir hier aufgrund des Zeitdrucks keine Wahl und müssen uns wohl oder übel "erpressen" lassen, diesen Vertrag zu unterschreiben. Andernfalls würde die Halle per 31.12.10 geschlossen und in absehbarer Zeit abgerissen werden.

Bitte fragt mich nicht nach dem Verantwortungsbewusstsein der Verbandsgemeinde, hier so vorzugehen. Auch im Mainzer Ministerium und beim Sportbund ist man der Meinung, dass VG Oberbürgermeister Schaaf hier beispiellos radikal und schnell vorgeht. Der Blick auf kurzfristige Kosten der Verbandsgemeinde steht hier im Vordergrund, Kosten im sozialen Bereich, welche durch eine Schließung der Halle drohen, lässt man außer Acht, da eine andere Behörde verantwortlich ist und sich dies somit nicht im Mikrokosmos der Verbandsgemeinde befindet.

Aber hier sollte man auch die Gemeinden nicht ganz aus der Pflicht lassen: Wir reden hier über eine (nachmittags) vollbesetzte Halle, in der jede Woche über hundert Kinder und Jugendliche Sport machen und damit von zweifelhafteren Freizeitbeschäftigungen (Nintendo, Fernsehen, aber auch Randale, Drogen etc) ferngehalten werden. Auch reden alle von DEN Deutschen, dem dicksten Volk in Europa und den damit verbundenen Kosten im Gesundheitssystem. Wussten Sie, dass ein straffälliger Jugendlicher die Sozialämter bis zu 70.000 EUR im Jahr kostet?

 

WIR im Verein holen Kinder und Jugendliche von der Straße, halten sie fit und machen aus Couchpotatos agile, muntere und leistungsfähige junge Menschen. Also sind hier gleichermaßen die Gemeinden, die Verbandsgemeinde, der Kreis und das Land verpflichtet, alles denkbare zu tun, um das Leben der Vereine nicht unnötig schwer zu machen. Die kosten von 100 Kindern und Jugendlichen, die NICHT Sport machen, sind deutlich höher, als die Einsparungen, die man mit dem "Abdrücken" der Halle einspart. Alleine das neue Gitter der Augst-Schule (kein Mensch weiß wahrscheinlich, wieso man es ausgetauscht hat) hätte wohl eine Verlängerung der Halle um zwei Jahre bedeuten können. Aber das war wohl ein anderer Budgettopf. Sorry für meinen Sarkasmus.

 

Unterm Strich scheint das "Investment Turnhalle Neuhäusel" ein richtiges Schnäppchen für die Verbandsgemeinde gewesen zu sein: Man übernimmt von den Gemeinden eine neuwertige Halle, nutzt sie Jahrzehnte, investiert nur Minimalstbeträge, lässt Reparaturen nur wenn absolut nötig, und dann nicht konsequent durchführen, schiebt notwendige Brandschutzmaßnahmen jahrelang vor sich her und wenn man sie nicht mehr braucht, spuckt man die Immobilie den Gemeinden und den Vereinen vor die Füße und behauptet fälschlicherweise (siehe Sportförderungsgesetz), dass man nur für Schulturnhallen zuständig sei und die Halle ja bekanntlich im Schulunterricht nicht mehr benötigt werde.

 

Seitens der Ortsgemeinde Eitelborn und des Rates besteht ein großes Wohlwollen, aber angesichts leerer Haushaltskassen sind auch dort die Handlungsalternativen stark eingeschränkt. Unser Ortsbürgermeister Norbert Blath setzt sich hier ein, indem er quasi als Verwalter der Halle fungiert und die verwaltungstechnische Seite in 2011 abdeckt.

Die Ortsgemeinden der Augst (außer Simmern!) beteiligen sich an den kurzfristigen Reparaturkosten und den (von der Verbandsgemeinde ach so plötzlich festgestellten) Brandschutzkosten i.H.v. 18.000 EUR. Darüber hinaus zahlt man die Hälfte der jährlichen Unterhaltskosten, die andere Hälfte müssen die Vereine aufbringen. Daraus resultieren dann anhand der jeweiligen Nutzungsquote die o.g. Kosten für unseren Verein.

 

In 2011 werden wir wohl gezwungen sein, einen gesonderten Förderverein zu gründen. Dieser wird nur zustande kommen, wenn eine angemessene Beteiligung der Ortsgemeinden und Verbandsgemeinde nach wie vor besteht und wenn die Übernahme des Risikos der Halle (z.B. Verkehrssicherungspflicht) nicht auf Privatpersonen (Vereinsvorsitzende) abgewälzt wird. Hier kann insbesondere die Verbandsgemeinde einen riesigen Beitrag dazu bringen, die Aufgabe des Vereins stemmbar zu gestalten, indem sie einen Teil der vermeideten Abrisskosten in Sanierungsprojekte investiert. Das muss nicht in einem Schritt geschehen, sondern kann in den nächsten Jahren Stück für Stück passieren. Eines haben Sachverständige herausgefunden: Die ursprüngliche Million, die von der VG geschätzt wurde, wird nicht ansatzweise benötigt. Kurzfristig reichen 18 TEUR für Brandschutz und wichtige Sanierungsmaßnahmen, mittelfristig benötigt man Geld, um Schäden am Dach und Hallenboden zu bezahlen oder im schlimmsten Fall für ein neues Dach. Wir brauchen keine generalsanierte Luxushalle nach neuesten Anforderungen, sondern eine Halle, die funktionsfähig bleibt. Dafür sind die Vereine auch druchaus bereit, mit Eigenleistung und Komfortverzicht dazu beizutragen.

 

Bei all den massiven Vorwürfen gegenüber dem Träger der Halle muss ich allerdings festhalten, dass die Diskussionen recht sachlich verlaufen und alle Beteiligten im Rahmen ihrer Grundanforderungen (für die Verbandsgemeinde Abstoß/Abriss der Halle, für die Gemeinden niedrige Kosten, für die Vereine weitestgehende Kostenfreiheit) freundlich miteinander umgehen und versuchen, aufeinander zuzugehen. Gerade der erste Beigeordnete der Verbandsgemeinde und der Fachbereichleiter sind hier durchaus bemüht.

Das allerdings im Rahmen der Grundanforderung und die ist nun mal Abriss bzw. Abstoß der Turnhalle.

 

Das gilt es nach wie vor zu bekämpfen und die Rechtmäßigkeit dieser Aktionen in Frage zu stellen!

 

Für spontane eMail-Schreiber, hier die Adresse der Verbandsgemeinde: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.

 

Liebe Mitglieder: Hier gilt es, uns zu unterstützen! Äußern Sie gegenüber den Gemeinderäten Ihrer Gemeinden, wie wichtig Ihnen funktionierende Sportvereine und ein vielfältiges Sportangebot in der Augst ist. Sprechen sie die Mandatsträger darauf an und zeigen Sie der Verbandsgemeinde, dass Sie mit der Vorgehensweise nicht einverstanden sind.

 

 

Euer Marco Stein, 1. Vorsitzender